Workshop: Öffentliche Beteiligungsgesellschaften
Zusammenfassung
Im Workshop werden öffentliche Beteiligungsgesellschaften, die günstiges Eigenkapital für Infrastrukturunternehmen bereitstellen können als sinnvolle Finanzierungsmöglichkeit für Energie, Nahverkehr, sozialen Wohnungsbau und kommunale Gebäude vorgestellt.
Beschreibung
Wie lassen sich Infrastrukturprojekte finanzieren, ohne Haushalte und Unternehmen zu überlasten? Die Debatte scheint entschieden: Privatkapital soll mobilisiert werden – über Investitionsfonds, staatliche Garantien und öffentlich-private Partnerschaften. Doch dieser Weg ist teurer als er scheint.
Am Beispiel des Stromnetzausbaus zeigt Patrick Kaczmarczyk, dass eine privatwirtschaftliche Eigenkapitalfinanzierung bis 2037 direkte Mehrkosten von 110 Milliarden Euro verursacht – und insgesamt gesamtwirtschaftliche Verluste von 220 Milliarden Euro. Der Grund ist strukturell: In regulierten Monopolmärkten führen hohe Renditeerwartungen privater Investoren zwangsläufig zu steigenden Netzentgelten. Wettbewerb findet nicht statt; der Preis wird durch Regulierungsbehörden festgelegt.
Die effiziente Alternative sind öffentliche Beteiligungsgesellschaften, die günstiges Eigenkapital für Infrastrukturunternehmen bereitstellen – schuldenbremsenneutral und ohne Belastung des 500-Milliarden-Sondervermögens. Das Modell ist auf Nahverkehr, sozialen Wohnungsbau und kommunale Gebäude übertragbar.