Auftaktpodium mit Klaus Dörre, Bettina Müller, Daniel Mertens und Alex Wischnewski zur Frage: Welche Wege führen aus der Vielfachkrise hin zu einer solidarischen, demokratischen und ökologischen Wirtschaft?
Klimakrise, geopolitische Konflikte, soziale Spaltung, instabile Finanzmärkte und eine zunehmend ausgehöhlte öffentliche Infrastruktur: Immer deutlicher wird, dass das gegenwärtige Wirtschaftsmodell, das Profite über Menschen, Demokratie und ökologische Grenzen stellt, an seine Grenzen stößt. Das Eröffnungsplenum der Sommerakademie von Attac nimmt diese Zusammenhänge in den Blick. Ein einführender Beitrag von Klaus Dörre zeichnet die großen Linien der aktuellen Vielfachkrise nach: Wie greifen ökologische, ökonomische und geopolitische Konflikte ineinander – und wo geraten die Strukturen des Kapitalismus selbst unter Druck?
Anschließend werden aus drei Perspektiven zentrale Konfliktfelder der Gegenwart kommentiert: Daniel Mertens nimmt die Macht der Finanzmärkte und ihre Folgen für demokratische Handlungsspielräume in den Blick, Bettina Müller die Neuordnung von Weltwirtschaft und Handel im Zeichen wachsender Blockkonflikte und Alex Wischnewski die Krise der Daseinsvorsorge durch Privatisierung, Sparpolitik und Marktlogik.
Im gemeinsamen Gespräch werden die Perspektiven zusammengeführt: Wo liegen die Bruchstellen des heutigen Systems? Welche Wege führen aus der Vielfachkrise hi...
Im Workshop werden die Gründe für die drastischen Veränderungen in der europäischen Handelspolitik seit 2019 sowei die Folgen für Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas analysiert. Und wir fragen – ginge es denn auch anders?
Internationale Handelsstrukturen erleben turbulente Zeiten. Bewaffnete Konflikte beeinträchtigen Lieferketten. Spannungen zwischen der USA und China befördern eine immer stärkere Blockbildung. Der Zugang zu Rohstoffen und Energiereserven ist kritisch, der Wettbewerb darum skrupellos. Multilaterale Institutionen wie die Welthandelsorganisation stehen auf dem Abstellgleis, während bilaterale Handelsverträge florieren.
Der Workshop bietet einen Überblick über die drastischen Veränderungen in der europäischen Handelspolitik seit 2019, also seit der Ankündigung des Europäischen Green Deal. Er analysiert die Gründe für die Verschiebungen und die Folgen für Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Gemeinsam mit den Teilnehmenden schauen wir auf 7 ereignisreiche Jahre in der EU-Handelspolitik und die Reaktionen auf Trumponomics, Donroe Doctrine und MAGA. Und wir fragen – ginge es denn auch anders?
Der Workshop führt in die aktuelle Debatte um eine "antifaschistischen Wirtschaftspolitik" ein und gibt Impulse für die weitere Beschäftigung mit der Frage nach "Ökonomie und Faschismus" sowie die politische Praxis.
Seit der erneuten Wahl von Donald Trump macht die Forderung nach einer "antifaschistischen Wirtschaftspolitik" die Runde. Diese zielt darauf, die ökonomischen Hintergründe der Faschisierung in den Blick zu nehmen. Der Workshop greift diesen Impuls auf und gibt eine Einführung in zentrale Fragen und Debattenstränge:
- Welche Klassen unterstützen die Faschisierung und warum?
- Was hat das mit der krisenhaften Entwicklung des Kapitalismus zu tun?
- Was bedeutet das für politische Organisierung, Programme und Visionen?
Ziel ist es, Interesse für eine weiter gehende Beschäftigung mit dem Verhältnis von Ökonomie und Faschismus zu wecken und Impulse für die politische Praxis zu geben. Der Workshop setzt keine Vorkenntnisse voraus.
Der Workshop führt in die neue Debatte um demokratische Wirtschaftsplanung ein und beleuchtet insbesondere die Diemnsion der Finanzierung.
Entgegen der weit verbreiteten Vorstellung freier Märkte ist der Kapitalismus auch immer ein System der ökonomischen Planung. Das gilt insbesondere für die Finanzmärkte: Ob Zentralbanken, die ganze Märkte steuern, oder riesige Indexfonds wie BlackRock, die als „universelle Eigentümer“ agieren – Investitionsentscheidungen werden zunehmend zentralisiert getroffen, nur eben ohne demokratische Legitimation.
Im Workshop (bestehend aus einem 45 Minütigen Vortrag und anschließender Diskussion) wird in die neue Debatte um demokratische Wirtschaftsplanung eingeführt und die besondere Rolle der Finanzmärkte sowohl bei der „kapitalistischen Planung“ als auch einer demokratischen Alternative beleuchtet.
Im Workshop werden öffentliche Beteiligungsgesellschaften, die günstiges Eigenkapital für Infrastrukturunternehmen bereitstellen können als sinnvolle Finanzierungsmöglichkeit für Energie, Nahverkehr, sozialen Wohnungsbau und kommunale Gebäude vor...
Wie lassen sich Infrastrukturprojekte finanzieren, ohne Haushalte und Unternehmen zu überlasten? Die Debatte scheint entschieden: Privatkapital soll mobilisiert werden – über Investitionsfonds, staatliche Garantien und öffentlich-private Partnerschaften. Doch dieser Weg ist teurer als er scheint.
Am Beispiel des Stromnetzausbaus zeigt Patrick Kaczmarczyk, dass eine privatwirtschaftliche Eigenkapitalfinanzierung bis 2037 direkte Mehrkosten von 110 Milliarden Euro verursacht – und insgesamt gesamtwirtschaftliche Verluste von 220 Milliarden Euro. Der Grund ist strukturell: In regulierten Monopolmärkten führen hohe Renditeerwartungen privater Investoren zwangsläufig zu steigenden Netzentgelten. Wettbewerb findet nicht statt; der Preis wird durch Regulierungsbehörden festgelegt.
Die effiziente Alternative sind öffentliche Beteiligungsgesellschaften, die günstiges Eigenkapital für Infrastrukturunternehmen bereitstellen – schuldenbremsenneutral und ohne Belastung des 500-Milliarden-Sondervermögens. Das Modell ist auf Nahverkehr, sozialen Wohnungsbau und kommunale Gebäude übertragbar.
Im Workshop geht es um die Auswirkungen die der Zusammenbruch der alten „regelbasierten Ordnung“ auf die Länder des globalen Südens und auf planetare Grenzen hat sowie um die Frage welche Gegenstrategien notwendig sind.
Die Verheißungen eines selbstregulierenden Marktes haben ihre Überzeugungskraft verloren. Die Regelungsversuche der WTO ebenso. Gleichzeitig haben sich die geopolitischen Machtverhältnisse auf den Weltmärkten verschoben. Die Dominanz des Westens, die Agenda der neoliberalen Globalisierung mit ihrer kapitalistischen Konkurrenz-, Wachstums- und Profitlogik ist in der Krise. In Zeiten von Trump und Co. sind Märkte weiterhin wichtiger als soziale und demokratische Grundrechte. Internationale Institutionen verlieren an Legitimität und das Völkerrecht an Bedeutung. Geopolitische Konflikte führen zunehmend zum Zusammenbruch der alten „regelbasierten Ordnung“ Wir beschäftigen uns daher mit den Fragen:
Wie hat sich die Ungleichheit auf den Weltmärkten verändert? Welche Bedeutung haben die Regeln der WTO noch? Wie haben sich die Strategien einer „regelbasierten internationalen Ordnung“ verändert? Welche Rolle spielen dabei bilaterale und andere Abkommen? Welche Auswirkungen hat dies auf die Länder des globalen Südens und auf planetare Grenzen und die Grenzen des Wachstums? Welche Gegenstrategien sind notwendig?
Im Workshop geht es darum, wie öffentliche Banken könnten gezielt zur Finanzierung gemeinwohlorientierter Transformationen beitragen können und mit welchen Strategien Bewegungen entsprechenden Druck dafür aufbauen können.
Ankündigung: Bank ist nicht gleich Bank. In Deutschland, Europa und weltweit gibt es eine Vielzahl nicht-kommerzieller Finanzinstitutionen mit dem Auftrag, unterschiedliche öffentliche Interessen zu fördern. Angesichts der enormen Höhe der von ihnen verwalteten Vermögen ergibt sich daraus ein großes Potenzial für sozial-ökologische Politik. Doch wie dieses Potenzial genutzt wird, ist umkämpft: Im Spannungsfeld zwischen Klimazielen, Finanzmarktlogiken und geoökonomischen Interessen wird die Rolle öffentlicher Banken ständig und besonders jetzt neu verhandelt.
Während einige Ansätze sich darauf beschränken, riskante Investitionen für private Akteure attraktiver zu machen, geht das mögliche Spektrum weit darüber hinaus. Öffentliche Banken könnten gezielt zur Finanzierung gemeinwohlorientierter Transformation beitragen. Dafür braucht es jedoch engagierte gesellschaftliche Kräfte, die diese Institutionen aktiv mitgestalten und sie an Klimagerechtigkeitszielen ausrichten. Der Workshop verbindet kurze Inputs mit interaktiver Diskussion und lädt dazu ein, über konkrete Aktionen und Bewegungsstrategien nachzudenken.
Kommunen sind entscheidend für den Erhalt der Demokratie und die sozial-ökologische Transformation. Im Workshop geht es darum, wie sie ausreichend und sozial gerecht finanziert werden können und wie wir Druck dafür machen können.
Die Allianz für die Wiedereinführung der Vermögensteuer plant eine Kampagne zur Stärkung der Kommunen. Denn die Kommunen sind das Herz der Demokratie. Hier wird entschieden, wie wir leben, ob Kitas funktionieren, Schulen saniert werden, Busse fahren, Pflege gelingt. Hier ist Politik konkret – und das Vertrauen der Bürger:innen in Staat und Verwaltung am größten. Doch dieses Herz schlägt immer schwächer. Seit Jahren verlieren Deutschlands Kommunen ihre Handlungsspielräume. Rekordschulden, chronische Unterfinanzierung und Abhängigkeit von Bund und Ländern lähmen Städte und Gemeinden. Vielerorts reicht das Geld nicht einmal mehr für den Erhalt der Infrastruktur. Das ist gefährlich. Denn in den Kommunen entscheidet sich, ob die Demokratie trägt und die sozial-ökologische Transformation gelingt. Im Workshop geht es darum, wie Kommunen wieder handlungsfähig werden können: Mit klaren Aufgaben, verlässlicher Finanzierung und mehr eigener Steuerkraft – damit Demokratie dort gestärkt wird, wo sie beginnt.
Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, in der Geschlecht keine soziale Ordnungskategorie mehr ist und welche Kämpfe sind nötig, um Geschlechterhierarchien tatsächlich zu überwinden? Darüber diskutiert die Autorin und Politikwissenschaftlerin Fried...
Die Autor*in und Politikwissenschaftler*in Friederike Beier stellt eine provokante Zukunftsvision zur Diskussion: eine Gesellschaft ohne Geschlecht. Wie sähe eine Gesellschaft aus, in der Geschlecht keine soziale Ordnungskategorie mehr ist? Eine „geschlechtslose Gesellschaft“ würde nicht nur Rollenbilder infrage stellen, sondern auch Machtverhältnisse, Arbeitsteilung und ökonomische Strukturen grundlegend verändern.
Doch wie kommen wir von der Vision zur politischen Praxis? Darüber diskutiert Friederike Beier im Anschluss an den Vortrag mit drei Aktivist*innen aus unterschiedlichen politischen Zusammenhängen – aus dem Care Revolution Netzwerk, aus Attac sowie einer feministischen Stimme aus Die Linke. Welche Kämpfe sind nötig, um Geschlechterhierarchien tatsächlich zu überwinden? Welche Rolle spielen Care-Arbeit, soziale Infrastruktur, Eigentumsfragen und demokratische Bewegungen dabei? -Ein Forum über queerfeministische Utopien – und darüber, wie sie politisch erkämpft werden können.
Sorgearbeit hält unsere Gesellschaft am Laufen und bleibt doch systematisch unsichtbar und abgewertet. Sie muss raus aus der Profitlogik und raus aus der Vereinzelung der Privathaushalte. Wie bauen wir demokratische Infrastrukturen auf, was sind E...
Sorgearbeit hält unsere Gesellschaft am Laufen – und bleibt doch systematisch unsichtbar und abgewertet. Ebenso wie die Menschen, die sie leisten. Die Trennung von „produktiver“ und „reproduktiver“ Arbeit ist sowohl für kapitalistische wie patriarchale Verhältnisse zentral.
Feministische Vergesellschaftung setzt hier an: Sie umfasst eine doppelte Entprivatisierung – raus aus der Profitlogik und raus aus der Vereinzelung der Privathaushalte. Die geschlechtliche Arbeitsteilung wird als Teil des Eigentumsverhältnisses angegriffen – und damit die Grundlage der Herrschaft von Geschlecht selbst. Ziel ist der Aufbau neuer, kollektiver, demokratischer Infrastrukturen vor Ort. Die Idee der „Sorgenden Stadt“ weist dabei den Weg.
Nach einem einführenden Input diskutieren wir konkrete Einstiegsprojekte – von Sorgezentren, stationärer Pflege und ambulanten Dienste bis hin zu nachbarschaftlichen Organisierungen – und entwickeln im Werkstattteil gemeinsame Ansätze für lokale Praxis.
Das Lieferkettengesetz ist zentrales Instrument im Kampf für einen global gerechten Welthandel, das bereits wirkt. Im Workshop werden wir besprechen, wie wir es gegen die aktuelle Deregulierungswelle verteidigen können.
Die Verabschiedung von Lieferkettengesetzen in Deutschland und der EU waren große Erfolge für den notwendigen Wandel hin zu einer global gerechteren Wirtschaft. Die über hundert Mitgliedsorganisationen der Initiative Lieferkettengesetz und betroffene Menschen haben jahrelang dafür gekämpft, dass Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden, Menschenrechte und Umweltstandards in ihren Lieferketten einzuhalten. Doch seit einigen Jahren werden die Gesetze von rechten und konservativen Parteien als Bürokratiemonster diffamiert. Das EU-Lieferkettengesetz wurde bereits Anfang des Jahres erheblich verwässert. Die Bundesregierung plant ebenfalls, das deutsche Lieferkettengesetz abzuschwächen. In dieser wichtigen Phase der Kampagne geht es vor allem darum, Erreichtes zu verteidigen und die Regulierung anzuwenden.
Im Workshop werden wir anhand konkreter Fälle sehen, wie Betroffene das deutsche Lieferkettengesetze bereits nutzen und welche Gefahren eine Abschwächung birgt. Im Anschluss daran werden wir die anstehenden politischen Prozesse und die Rolle verschiedener Akteure analysieren. Schließlich werden wir gemeinsam Ideen entwickeln, wie Attac sich an der Kampagne beteiligen kann.
Privateigentum, so heißt es, sei effizienter als Formen des Gemeineigentums und führe zu Wachstum und damit Wohlstand für alle. Doch was könnten wir der Erzählung vom segensreichen Privateigentum entgegensetzen?
Eine radikalisierte Markt- und Wettbewerbslogik ist wesentlicher Bestandteil der neoliberalen Phase des Kapitalismus, der im Kern auf der Ordnung des Privateigentums beruht. Verteidigt wird dies mit einer uralten Erzählung: Privateigentum, so heißt es, sei effizienter als Formen des Gemeineigentums und Konkurrenz belebe das Geschäft. Dies führe zu Wachstum und damit Wohlstand für alle. Doch vom Wachstum profitieren nicht alle, es geht auf Kosten der Natur und Konkurrenz führt zu immer wieder kehrenden Krisen und massiven gesellschaftlichen Verwerfungen. Dennoch ist das Narrativ wirkmächtig wie eh und je und verhindert Alternativen, die an die Wurzel gehen. Woran liegt das und was könnte man dem entgegensetzen?
Im Workshop fragen wir warum es Sinn macht Betriebe zu vergesellschaften und welche Potentiale und welche Probleme unterschiedlichen Organisationsformen von Betreiben in öffentlicher Hand haben.
Ob Schulen, Energie, Wasser, Wohnen oder Nahverkehr, ein großer Teil der für das tägliche Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen wird auf kommunaler Ebene erstellt. Teilweise direkt von den Kreis- und Stadtverwaltungen, teilweise von öffentlichen Betrieben und teilweise auch von privaten Unternehmen im Auftrag des Staates. Wie sind diese unterschiedlichen Betriebsformen entstanden? Warum macht eine Vergesellschaftung der Betriebe Sinn und warum reicht es dafür nicht aus, sie in öffentliches Eigentum zu übernehmen? Um diese Fragen zu klären, wollen wir uns im Workshop mit den unterschiedlichen Organisationsformen (AG, GmbH, Eigenbetrieb, Anstalt öffentlichen Rechts ...) beschäftigen und schauen, welche Potentiale sie bieten und welche Probleme und Zwänge mit ihnen verbunden sind.
Bitcoin, Stablecoins & Co sind das alte System in einem neuen technischen Kleid. Wir diskutieren, wie dagegen ein demokratisch kontrolliertes digitales Finanzsystem aussehen könnte.
Bitcoin und andere digitalen Gelder wie diverse Stablecoins treten unter dem Stichwort „Dezentralisiertes Finanzsystem (DeFi)“ mit der Behauptung auf, das Finanzsystem von Grund auf neu und nutzerfreundlich zu gestalten. Dieses Versprechen wurde nicht erreicht. Gegenwärtig streiten sich die neuen Digitalkonzerne und die alte Finanzindustrie bereits, wer am meisten Profit einstreichen kann. Was entstanden ist, ist leider kein alternatives demokratisches System, sondern das alte System mit der alten Logik in einem neuen technischen Kleid.
Dabei bieten die neuen digitalen Systeme mit Token auf einer Blockchain auch alternative Gestaltungsmöglichkeiten. Die aktuellen Vorstellungen der Europäischen Zentralbank mit dem digitalen Euro gehen wegen der Rücksichtnahme auf die Profitinteressen der Banken nicht weit genug. Wie ein demokratisch kontrolliertes digitales Finanzsystem dagegen aussehen könnte wird vorgestellt und diskutiert.
Nach einer kritischen Betrachtung der vorherrschenden, am Privatsektor orientierten Ansatz in der internationalen Klima- und Entwicklungspolitik fragen wir im Workshop was es stattdessen bräuchte und was erste Schritte dahin sein könnten.
Die Welt ist voller Krisen und für Klimaschutz und nachhaltige „Entwicklung“ weltweit fehlt es scheinbar überall an Geld. Die Standardantwort mächtiger Regierungen und multilateraler Entwicklungsbanken auf vermeintlich knappe öffentliche Kassen lautet seit Jahren: Mehr privates Kapital mobilisieren für Investitionen in Länder des Globalen Südens. Hierauf wird beträchtliche politische Aufmerksamkeit verwendet und der Anschein von Reformen erweckt, die aber am Kern des Problems – der dysfunktionalen und asymmetrischen internationalen Finanzarchitektur – vorbeigehen.
Im Workshop erklären und kritisieren wir zunächst den vorherrschenden, am Privatsektor orientierten Ansatz in der internationalen Klima- und Entwicklungspolitik. Wir diskutieren auch, warum trotz seines Scheiterns und bekannter Gefahren an diesem Ansatz über verschiedene politische Lager hinweg festgehalten wird. Ausgehend von diesem kritischen Verständnis wollen wir die Frage stellen, was es stattdessen bräuchte. Gemeinsam sammeln, erklären und diskutieren wir alternative Ansatzpunkte und erste Schritte für echte Reformen der internationalen Finanzarchitektur.
Zum Abschluss der Sommerakademie diskutieren wir mit spannenden Gäst*innen wie wir das „Gute Leben für alle“ tatsächlich global ermöglichen können. Wie können globale Ungleichheiten überwunden werden. Welche Rolle spielen Eigentum, internationale ...
Zum Abschluss der Sommerakademie richtet Attac den Blick auf das große Ganze: Die gegenwärtige Vielfachkrise zeigt einen Kapitalismus unter Druck – geprägt von ökologischen Kipppunkten, geopolitischen Machtverschiebungen und wachsender globaler Ungleichheit. Die Kritik an der bisherigen Form der Globalisierung wird damit dringlicher denn je.
Während im Globalen Norden über sozial-ökologische Transformation, demokratische Daseinsvorsorge und neue Formen vergesellschafteter Produktion diskutiert wird, kämpfen viele Länder des Globalen Südens mit neuen Formen grüner Extraktion und fortbestehenden kolonialen Abhängigkeiten. Wie kann eine Perspektive aussehen, die das „Gute Leben für alle“ tatsächlich global denkt?
Darüber diskutieren Markus Wissen, Sabine Nuss, Dr. Boniface Mabanza Bambu und Nafi Hamukoshi. Im Zentrum steht die Frage, wie globale Ungleichheiten überwunden werden können – und welche Rolle Eigentum, internationale Wertschöpfungsketten und demokratische Kontrolle zentraler Infrastrukturen dabei spielen. Gemeinsam wollen wir darüber nachdenken, wie eine solidarische Zukunft konkret werden kann.